Augenarzt Dr. Dunker

Zeit für Leben.

Klinik für Adipositas

In vielen Ländern der Erde gibt es seit Jahren und Jahrzehnten eine beinahe endemisch zu nennende Verbreitung des Phänomens Adipositas (Übergewicht / Dickleibigkeit / Fettsucht). Insbesondere in der westlichen Welt (Vereinigte Staaten von Amerika / Europa) sind die Zahlen von adipösen Menschen immens hoch. Zunehmend sind auch Kinder und Jugendliche von diesem Trend betroffen.

Wann beginnt Adipositas?

Ess-Störungen sowie das Gewicht einer Person werden in untergewichtig, norm- und übergewichtig eingeteilt, wobei ein leicht zu ermittelndes Maß (der Bodymaß-Index, BMI) als Kriterium herangezogen wird. Der BMI wird errechnet, indem man das Körpergewicht durch die Körpergröße (im Quadrat) dividiert. Die daraus resultierenden Kenngrößen lassen erkennen, ob der Betreffende unter-, norm- oder übergewichtig ist.

Ein Bodymaß-Index unter 17,5 kg/m² zeigt Untergewicht an; der Bereich der Normalität (das Gewicht betreffend) reicht von 18 bis 24,9 kg/m²; darüber beginnt der Bereich des Übergewichts (bis 29,9 kg/m²), und dann folgen jene Gewichtsklassen, die als Adipositas Grad I (bis 34,9 kg/m²), Grad II (bis 39,9 kg/m²) und Grad III (über 40 kg/m²) bezeichnet werden.

Wie entsteht Adipositas?

Die meisten Experten gehen von einem Bündel möglicher Ursachen für die Entstehung und Chronifizierung der Dickleibigkeit aus: Genetische Faktoren, hormonelle Veränderungen, frühkindlich erworbene Essgewohnheiten, soziale und seelische Belastungen (Essen beruhigt; wer isst, ist im übertragenen Sinne nicht allein), verminderte körperliche Aktivität, ungünstige Zusammensetzung der Nahrung (Fast Food und Lebensmittel mit hoher Kaloriendichte sind relativ preiswert und damit für ökonomisch schlechter Gestellte erschwinglich), ein fast süchtig imponierendes Gehirn , das vom Organismus ein immer höheres Maß an Kalorienzufuhr abfordert – alle diese Faktoren tragen bei den Betreffenden unterschiedlich stark zur Ausbildung ihrer Adipositas bei und bedingen sich gegenseitig oft in unguter Art und Weise.

Im Hinblick auf eventuelle biologische Ursachen der Adipositas ist vor allem an Störungen des Hormonhaushalts, so etwa an Unterfunktionen der Schilddrüse und an Überfunktionen der Nebennierenrinde sowie an gynäkologische Störungen zu denken. Insgesamt sind diese Ursachen eines Übergewichts jedoch selten. Häufiger sind Gewichtszunahmen allerdings in Folge der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten zu beobachten (z.B. bei Cortison oder bei Psychopharmaka wie Antidepressiva oder Neuroleptika).

Welche Symptome und Begleiterkrankungen gehen mit Adipositas einher?

Nicht jeder adipöse Mensch weist Krankheits-Symptome auf, und in seltenen Fällen bedeutet Adipositas für den Betreffenden in keiner Hinsicht eine Einschränkung. In sehr vielen Fällen allerdings ist Adipositas mit Beschwerden und / oder Krankheiten assoziiert. So erreicht das Körpergewicht manchmal Ausmaße, bei denen der Bewegungsapparat sowie die Lungen- und die Herzfunktion derart beeinträchtigt sind, dass sich die Patienten nicht mehr ausreichend bewegen. Dieser Mangel führt oft dazu, dass ihr Gewicht nochmals ansteigt. Ähnliche Mechanismen spielen sich ab, wenn aufgrund des Übergewichts ein Diabetes mellitus aufgetreten ist, der mit Insulin behandelt wird. Nicht selten kommt es unter der Insulin-Therapie zu einer neuerlichen Gewichtszunahme (Insulin-Mast), die eine Steigerung der Insulin-Dosierung zur Folge hat.

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) zählt neben Bluthochdruck, Fettstoffwechsel-Störung und Gicht zum sogenannten metabolischen Syndrom. Dieses tritt häufig als Folge einer länger bestehenden Adipositas auf. Zusammen mit dem Bewegungsmangel stellen diese Krankheiten eine ernsthafte Risiko-Konstellation für arteriosklerotische Veränderungen der Blutgefäße und damit für Durchblutungsstörungen dar. Diese Durchblutungsstörungen machen sich oftmals am Herzen (sogenannte Koronare Herzkrankheit mit eventuellem Herzinfarkt), am Gehirn (zerebrale Zirkulationsstörung mit eventuellem Schlaganfall) oder an den großen Blutgefäßen des Organismus (z.B. an den Beinen – sogenannte Schaufenster-Krankheit) bemerkbar.

Wie lässt sich Adipositas behandeln?

Wie lässt sich Adipositas behandeln?

Allein aufgrund der häufig anzutreffenden Begleiterkrankungen bei Adipositas (z.B. metabolisches Syndrom) ist es für die Betroffenen empfehlenswert, ihr Körpergewicht zu reduzieren. Wer jedoch je versucht hat, seinen Organismus um einige Pfunde zu erleichtern, wird zugeben, dass dies häufig ein überaus anstrengendes und nicht selten vergeblich scheinendes Unterfangen bedeutet. Aufgrund dieser Schwierigkeiten haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten viele, zum Teil fragwürdige Strategien der Gewichtsreduktion entwickelt.

Begonnen bei manchen eigentümlichen und kostspieligen Diäten über die überhaupt nicht empfehlenswerte Behandlung mit Appetitzüglern und Schilddrüsenhormonen bis hin zu chirurgischen (Magenimplantate, Magenbypass, gastric banding, Dermolipektomie, Fettabsaugung) und kieferorthopädischen Interventionen (vertikale Verdrahtung der Kiefer) reichte und reicht das therapeutische Spektrum der Fettleibigkeit. Im individuellen Fall mag die eine oder andere dieser Methoden sinnvoll sein – als flächendeckende Therapieangebote für alle sind sie nicht zu empfehlen.

Sehr wohl darf und muss man vor allem im stationären Rahmen der Adipositas mit Elementen der Therapie begegnen, welche das Verhalten von essgestörten Patienten direkt modifizieren: Esstagebuch, Gewichtskontrollen, Essgruppe, Diätanpassung und Bewegungstherapie. Diese und andere Therapiestrategien haben jedoch nur Aussicht auf längerfristige Erfolge, wenn es gelingt, im Patienten den Mut und die Hoffnung zu wecken, sein Leben zukünftig authentischer und zufriedener zu gestalten.

Eine erfolgversprechende Therapie und Selbstbehandlung von Adipositas benötigt (ähnlich wie die Behandlung vieler anderer Krankheiten, insbesondere anderer Süchte) neben der biomedizinischen und organismischen Veränderung auch überpersönliche soziale und / oder kulturelle Zielsetzungen und Horizonte, auf die hin der Patient sich und seine Gesundung ausrichten kann. Sinn-, wert- und bedeutungsvolle Zielsetzungen sind für eine langfristige Reduktion des Körpergewichts ebenso wie für eine zufriedenstellende Lebensgestaltung wesentlich.

Welche Medikamente helfen bei Adipositas?

Wir kennen bisher kein medikamentöses Therapie-Regime, mit dem Adipositas sinnvoll und nebenwirkungsarm behandelt werden könnte. Die bisherigen Überlegungen, medikamentös in das komplexe hormonelle Geschehen des Hunger-Sättigungs-Mechanismus einzugreifen, sind zwar von den Prinzipien her konsequent angedacht, von den Effekten her allerdings meist noch zu unübersehbar, so dass für den Patienten partiell nicht vertretbare Nebenwirkungen zutage treten. Diesbezüglich erwarten wir für die nächsten Jahre bessere und punktgenauer wirkende Medikamente, die für die Adipositas-Behandlung sinnvoll eingesetzt werden können.

Wie gehen wir mit dem Phänomen Adipositas im Klinikum Schloss Lütgenhof um?

Vor jegliche Behandlung einer Krankheit oder eines Symptoms haben die Götter die Diagnose gestellt – meinten bereits die Ärzte der griechischen Antike. So handhaben wir es auch bei Adipositas. Zuerst erfolgt bei uns eine eingehende bi-perspektivische Diagnostik in den biomedizinischen und psychosozialen Dimensionen. Dabei soll geklärt werden, wie Adipositas im individuellen Einzelfall entstanden ist und welche Faktoren dazu beitragen, dass das Körpergewicht eventuell trotz einiger Versuche der Reduktion immer noch (deutlich) zu hoch ist.

Ausgehend von dieser diagnostischen Einordnung ergeben sich individuell abgestimmte Therapie-Empfehlungen, die von Bewegungs- und Ernährungs-Maßnahmen über die Behandlung eines metabolischen Syndroms bis hin zu psychotherapeutischen oder chirurgischen (bariatrischen) Interventionen reichen können (Letztere werden nicht im Klinikum Schloss Lütgenhof, sondern in Spezialkliniken durchgeführt). Für längere stationäre Behandlungen von Adipositas inklusive eventueller Begleiterkrankungen sind wir im Klinikum Schloss Lütgenhof jedoch bestens ausgestattet.

Laura Zimmermann, Patientenmanagement
Bei Fragen zu unseren Leistungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung und nehmen uns Zeit für eine diskrete Beratung.

Laura Zimmermann, Patientenmanagement