Ziele

Zeit für Leben.

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Ziele

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Frage nach der eigenen Identität zu beantworten: Wir sind unsere bisherigen Handlungen und Taten, also unsere gelebte Geschichte (der Mensch ist, was er tut); wir sind unsere momentanen Beziehungen (sage mir, mit wem du Umgang hast, und ich sage dir, wer du bist); wir sind aber auch die Summe unserer Pläne und Entwürfe (sage mir, welche Ziele du hast, und ich sage dir, wer du werden könntest).

Der Mensch ist eine Richtung und kein Ding

Der Mensch ist eine Richtung und kein Ding

Jeder von uns ist nicht nur Vergangenheit und Gegenwart, sondern auch potenzielle Zukunft. Der Mensch ist eine Richtung und kein Ding – meinte dazu der Philosoph Max Scheler; und diese Richtung hängt maßgeblich davon ab, welche Ziele sich der Einzelne bewusst oder auch unbewusst setzt und auf welche Horizonte er sich zubewegen möchte.

Alfred Adler, der Begründer der Individualpsychologie, meinte, dass alle Menschen von Kindesbeinen an das wesentliche Ziel in sich tragen, ein grundlegendes Unterlegenheits- und Kleinheitsgefühl dem Leben gegenüber zu überwinden. Dabei greifen sie (lange Zeit unbewusst) auf sehr unterschiedliche Strategien zurück, die Adler zusammenfassend als entweder Größen- und Überlegenheitsgefühl oder aber als Gemeinschaftsgefühl (Common sense) einordnete.

Daseins-Strategien und Daseins-Ziele

Zur ersteren Gruppe von Daseins-Strategien und Daseins-Zielen zählen etwa die Aufwertung der eigenen Person durch Abwertung von Mitmenschen; ein skrupelloses Macht- und Geltungsstreben (oftmals in Politik und Wirtschaft zu beobachten); das Betäuben der eigenen Unsicherheiten und Selbstwert-Zweifel durch Alkohol, Drogen, Konsum oder Events; oder auch die Tendenz, sich durch Streit, Hader, Rechthaberei über andere zu erheben. Alle diese Zielsetzungen sind mit einem prinzipiellen Mangel an Selbstwert-Zuwachs verknüpft – ein Mangel, der das ursprüngliche und zugrundeliegende Unterlegenheitsgefühl immer wieder neu erfahrbar macht und nicht auf Dauer kompensiert.

Viel empfehlenswerter und effektiver ist daher eine Orientierung an Daseins-Zielen, die man dem Common sense zurechnet. Darunter sind soziale und/oder kulturelle Beitragsleistungen im weitesten Sinne des Wortes zu verstehen: Aus- und Weiterbildung im beruflichen Sektor; Tätigkeiten, die das eigene Leben wie auch das Leben von Mitmenschen erhalten, stabilisieren, verschönern; Freundschaften und Liebesbeziehungen; soziale und kulturelle Interessen (begonnen beim Hören oder Lesen von Nachrichten bis hin zur Kommunikation und Kooperation mit Mitmenschen).

Mitspieler im großen Spiel des menschlichen Daseins

Mitspieler im großen Spiel des menschlichen Daseins

Welche Ziele sich die Einzelnen konkret und im Detail wählen, ist völlig ihnen überlassen. Wir schließen uns hinsichtlich der generellen Zielsetzungen jedoch Alfred Adler insofern an, als wir überzeugt sind, dass eine sinn- und wertvolle sowie einigermaßen angstfreie Lebensgestaltung nur jenen gelingt, die überwiegend Mitspieler (und nicht Gegenspieler) im großen Spiel des menschlichen Daseins sind oder werden wollen.

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