Neue Fachärzte für Psychosomatische Medizin

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Zwei neue erfolgreiche Fachärzte für Psychosomatische Medizin am Klinikum Schloss Lütgenhof

Nach acht Jahren ärztlicher Tätigkeit in Psychiatrie, Psychosomatik und tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie erfolgte nach 10-monatiger Wartezeit auf den Prüfungstermin am 17.01.2024 für Herrn Dr. Aderkast wie auch für Herrn Dr. Schmidt die Facharztprüfung im Fachgebiet Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in der Ärztekammer in Rostock. Da den beiden die Prüfer im Vorfeld nicht bekannt gegeben worden waren, bereiteten sie sich umfänglich auf das prüfungsrelevante Wissen vor, stets in dem Bewusstsein, dass es fast ein Ding der Unmöglichkeit ist „die Psychosomatik“ in ihrer historischen Entwicklung ganz zu überblicken, die verschiedenen Theorie-Traditionen und empirischen Modelle zu kennen, und diese in einer Prüfungssituation adäquat wiederzugeben.

Was sie nach der Erfahrung ihrer Prüfungssituation eigenen Angaben zufolge erkannt haben, ist der tiefergehende Wunsch künftiger Zusammenarbeit und Kooperation im Hinblick auf die Zusammenführung der verschiedenen theoretischen Konzeptionen und Traditionen mit einer großen Offenheit und Interesse für Fragestellungen angrenzender Fachbereiche, so etwa der Psychoanalyse, der Philosophie und Anthropologie sowie der Kulturwissenschaft. Besonders interessiert sind die beiden neuen Fachärzte an der Berücksichtigung der Leiblichkeit in Diagnostik und Behandlung, möglicherweise auch i.R. einer speziellen Weiterbildung in körpertherapeutischer Hinsicht.

Zu ihrer beider Enttäuschung scheint das Konzept der integrierten Psychosomatik nach Thure von Uexküll mit der ökologischen Sichtweise (Situationskreis-Modell) auch bei manchen etablierten Psychosomatikern ziemlich in den Hintergrund getreten zu sein. Das Etikett „bio-psycho-sozial“ ist oftmals nur noch ein Label für eine multimodale, additive Vorgehensweise – d.h. für ein unverbundenes Nebeneinander von professionellen Haltungen, Denkmodellen, Theorie-Versatzstücken, unterschwelligen Schulen-Streitigkeiten (!), Leitlinien- (Evidenz) versus Expertenwissen (Eminenz) sowie Diagnose- und Therapiemanualen, die oftmals gerade das in den Hintergrund treten lassen, worauf es ankommt: die unmittelbare menschliche Begegnung und personale Bezugnahme zwischen Arzt/Therapeutin und Patientin in einem wechselseitigen Verstehens- und (Auf)Klärungsprozess. Die Integration dieser verschiedenen Sichtweisen macht für Dr. Aderkast wie auch für Dr. Schmidt den Reiz und die gleichzeitige Herausforderung für Psychosomatikerinnen, klinische Psychologinnen und Psychotherapeutinnen aus, der sie sich künftig gerne stellen wollen. Als gemeinsame Haltung verweisen sie in diesem Zusammenhang auf ein Zitat, das sie unlängst in einem Buch von Jürgen Kaube gefunden haben: Bildung heißt, dass man lange Zeit von einer Antwort auf die Frage absehen kann, was man werden will (Jürgen Kaube: Hegels Welt, Rowohlt Verlag, Berlin 2020, S. 36).

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